Von A – Z: So werden wir das Behrens-Ufer gestalten

Von A wie Adressbildung bis D wie Durchwegungen

Adressbildung

Entlang der Haupterschließungen und der tangierenden Hauptverkehrsstraßen am Behrens-Ufer entstehen Potenziale für die Bildung von Adressen und Identitäten. Alleinstellungsmerkmale wie die besondere Architektur des Quartiers, die Einbindung in die Landschaftsszenerie sowie die Nähe zur Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) schaffen Bezugspunkte und sind bestens geeignet das Behrens-Ufer als Angebot für besondere Adressen zu profilieren.

Bebauungsplan

Für das zu entwickelnde Behrens-Ufer liegt Stand Juli 2020 kein Bebauungsplan vor. Im Mai 2019 wurde von der Bezirksverordnetenversammlung Treptow-Köpenick ein Beschluss über die „Einleitung des Planaufstellungsverfahrens Bebauungsplan 9-59 („Ostendstraße“)  - BA-Vorlage Nr. 282/19 – gefasst. Aus dem Aufstellungsbeschluss ergeben sich die wesentlichen Planungsziele für das Areal, wie zum Beispiel die Öffnung des Gebietes zur Spree, ein öffentlicher Uferweg und die Gestaltung moderner Büro- und  Gewerbebauten, die den Maßstab für die städtebauliche Konzeption bilden. Bis zur Aufstellung eines rechtswirksamen Bebauungsplanes besteht für das Gelände ein Baurecht nach § 34 BauGB, wonach Gebäude errichtet werden dürfen, die sich in das Umfeld einfügen. Die genaue Gestaltung des städtebaulichen Konzeptes und etwaige Genehmigungen für einzelne Gebäude parallel zur Erstellung eines Bebauungsplanes werden kooperativ mit dem Bezirksamt abgestimmt und gemeinsam entwickelt.

Denkmalschutz

Im Auftrag von Walther Rathenau errichtete Peter Behrens 1915 - 1917 den Peter-Behrens-Bau. Seine architektonische Qualität und die lebhafte Geschichte spiegeln sich in der Entwicklung des Behrens-Ufers wider. Deshalb setzten wir in Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt auf eine verantwortungsvolle und nutzungsgerechte Ertüchtigung der denkmalgeschützten Bestandsgebäude und des ikonographischen Peter-Behrens-Baus. Im Rahmen einer Revitalisierung sind zukünftig Büronutzungen, insbesondere durch die angrenzende Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) geplant. Die prägnante Silhouette des Peter-Behrens-Baus in Sichtachse zur Wilhelminenhofstraße wird in der architektonischen Planung und Umsetzung erhalten bleiben.

Digitale Infrastruktur

Ein leistungsfähiger Innovationsstandort benötigt eine leistungsfähige digitale Infrastruktur, um den Anforderungen der Zukunft gerecht zu werden. Darum wird die DIEAG die Anbindung eines hocheffizienten und digitalen Breitbandinternets (von dem auch Nachbarn und Anwohner profitieren) realisieren und schon im Planungsprozess die technische Infrastruktur der einzelnen Gebäude auf anspruchsvolle Anforderungen ausrichten.

Durchwegungen

Entlang der Nord-Süd und der Ost-West Achse sieht das stadtplanerische Konzept für das Areal am Behrens-Ufer besucher- und anwohnerfreundliche Durchwegungen vor. Im Mittelpunkt der Planung steht dabei das Erreichen einer hohen Aufenthaltsqualität und der fußgängerfreundlichen Erreichbarkeit der einzelnen Adressen und des Spreeufers. Im Zuge der zukünftigen Adressbildung wird die effektive Erschließung der Mietflächen und ihrer Teilbereiche über intelligent geplante Zuwegungen realisiert.

Von F wie Flächennutzungsplan bis Ö wie Ökologische Verantwortung

Flächennutzungsplan

Der Quartiersentwicklung zugrunde liegt der Flächennutzungsplan (FNP) Berlin. Die zu entwickelnde Fläche wird laut FNP als „gewerbliche Baufläche“ ausgewiesen. Laut der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen kommen neben den gewerblichen Bauflächen für Handwerk, produzierendes und Dienstleistungsgewerbe auch die Sonderbauflächen mit gewerblichem Charakter sowie gemischte Bauflächen in Frage. Das Nutzungskonzept des Behrens-Ufers entspricht somit den Anforderungen des FNP.

Ideenschmiede

Innovation steht dem Behrens-Ufer schon seit Grundsteinlegung in die DNA geschrieben. Der für heutige Zeiten visionäre Elektroautomobilbau war der Grund für die Errichtung des imposanten Gebäudekomplexes mit seinem architektonisch herausragenden Turm. Auch die stete Fortentwicklung der Röhrentechnik bis in die 80er Jahre hinein zeugt vom Innovations- und Zukunftsgeist des Standorts. In genau dieser Tradition sieht sich das Behrens-Ufer und möchte Forschung, Gründergeist und etablierte Unternehmen vor Ort zusammenbringen, um einen großartigen Innovationsstandort am Spreeknie zu etablieren.

New Way of Work

Die Arbeitswelten der Zukunft zu gestalten erfordert eine visionäre Planung. Kommunikation rückt zunehmend in den Mittelpunkt des Arbeitsprozesses und der räumlich fixierte Arbeitsplatz verliert nach und nach an Bedeutung. Arbeitswelten werden sich zu digitalen Begegnungswelten entwickeln und die Veränderung der Arbeitskultur erfordert eine Veränderung und Anpassung von Arbeitsstätten und Büros. Die DIEAG ist sich dieser Entwicklung bewusst und berücksichtigt schon heute die Anforderungen an die Arbeitswelten der Zukunft.

Öffentliches Zentrum

Die im Bestand der Ist-Bebauung befindliche und unter Denkmalschutz stehende Halle 1 wird im Zuge der Projektentwicklung zum neuen öffentlichen Zentrum und zentralen Platz des Behrens-Ufers. Als „Mittelhalle“ entwickelt sie sich zum Ziel und gleichzeitig zum Ausgangspunkt für Freizeitaktivitäten von Gästen, Anwohnern, Beschäftigten und Touristen. Dieses neue Zentrum wird durch Events und kulturelle Aktivitäten zum Hot-Spot des Quartiers.

Ökologische Verantwortung

Städtebauliches Konzept und Planung legen Wert auf eine ökologisch nachhaltige und umweltverträgliche Entwicklung des Standorts. Neben intensiv und extensiv begrünten Dächern soll die Größe der versiegelten Fläche auf dem Areal verringert werden. Bepflanzung und Begrünung wird auch hinsichtlich der Attraktivität für Vögel, Bienen und Insekten entwickelt, um eine ökologische Vielfalt zu erreichen. Eine eigene Quartiersimkerei wird sich vor Ort um den Bienenbestand kümmern und Turmfalken können auf natürlichem Weg die zu prognostizierende Taubenpopulation regulieren. Dank der flächenmäßigen Auflockerung und der Schaffung von Freiräumen verbessert sich das Stadtklima entlang der Sichtachsen zur Spree deutlich.
Die ökologische Verantwortung setzt sich auch bei den verwendeten Baustoffen fort, die in Teilen recycelbar sind und dem Wertstoffkreislauf zugeführt werden können. Auch die Verwendung ökologischer Baustoffe in Holz-Hybrid-Bauweise wird in Betracht gezogen, da hier positive Auswirkungen auf Betriebskosten zu erwarten sind. Ein integriertes Standortenergiekonzept auf Basis vor Ort genutzter erneuerbarer Energiequellen macht das Quartier energie-autonom und CO2-neutral.

Von S wie Spree-Erreichbarkeit bis T wie Technologie & Forschung

Soziale Infrastruktur

Bei der Entwicklung des Standorts Behrens-Ufer steht der Mensch vor Ort im Mittelpunkt. Deshalb legen wir großen Wert auf eine soziale Infrastruktur. Neben der angestrebten fußläufigen Erreichbarkeit sämtlicher Ziele im Quartier, wird die Ansiedlung bedarfsgerechten Einzelhandels mit vornehmlich regionalen Produkten ebenso angestrebt, wie die kleinteiligen Geschäfte (< 800 m²) vom Apotheker bis zum Friseur. Wichtig für ein lebendiges Quartier ist die Ansiedelung von Kindertagesstätten, aber auch ein vielfältiges gastronomisches Angebot von guter Qualität. So trägt ein dynamisches und lebendiges Quartier auch zur Aufwertung der Wilhelminenhofstraße bei.

Spree-Erreichbarkeit

Die DIEAG hat ein stadtplanerisches Konzept entwickelt, welches die Erreichbarkeit und Erlebbarkeit der Spree in den Mittelpunkt rückt. Im aktuell negativen Ist-Zustand ist entlang der Ostendstraße der Spreeblick verbarrikadiert. Hier sieht die Gebäudekonzeption der DIEAG vor, dass für möglichst viele Anwohner und Gäste der bisher verbaute Spreeblick sowie der Uferweg zurückgegeben werden, was die Lebensqualität im Umfeld erheblich verbessern soll. Damit erfüllt das städtebauliche Konzept die Vorgaben und Wünsche des Stadtplanungsamts Treptow-Köpenick, als Teilplan der bezirklichen Bereichsentwicklungsplanung den Ufergrünweg in der Uferkonzeption Treptow-Köpenick öffentlich zugänglich zu gestalten.

Standortneuentwicklung

Die Geschossflächenzahl (GFZ) des neu entwickelten Behrens-Ufers wird mit etwa 270.000 m2 den GFZ der vorhandenen Ist-Bebauung nur geringfügig überschreiten. Die flächenmäßige Auflockerung und Schaffung von attraktiven Freiräumen wird durch die Erzeugung einzelner Hochpunkte erreicht, die sich am Turm des benachbarten Technologie- und Gründerzentrums orientieren, sich in der Höhe jedoch dem Peter-Behrens-Turm unterordnen. Eine attraktive Uferskyline mit Strahlkraft wird dem zukunftsweisenden Standort und der Metropole Berlin gerecht.

Synergieeffekt

Als Zukunftsstandort steht das Behrens-Ufer in positiver Interaktion mit seinem Umfeld, ohne mit etablierten Einrichtungen wie dem FEZ, der Wuhlheide oder Alten Försterei zu konkurrieren. So versteht sich das Quartier Behrens-Ufer als Ergänzung und Katalysator für den Stadtteil Oberschöneweide mit dem Ziel, einen Standort von überregionalem Image und Bedeutung zu entwickeln.

Technologie & Forschung

Das vom Bezirk geplante „Ein-Campus-Konzept“ ermöglicht den Entwicklern der DIEAG die Einbettung universitärer Forschung und Entwicklung auf dem Areal des Behrens-Ufers. So sollen Teile des Peter-Behrens-Baus von der benachbarten Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) für Vorlesungen, Seminare und Forschungen genutzt werden können. Neben den damit verbundenen Technologietransfers befruchtet auch der Wissenstransfer die zukünftig ansässigen Unternehmen.

Von V wie Verkehrskonzept bis Z wie Zukunftsort

Verkehrskonzept

Ein Hauptaugenmerk wird auf die öffentliche Erschließung durch den ÖPNV gelegt. Hierzu gehört eine optimierte Taktung von Bus und Straßenbahn ebenso, wie die Planung barrierefreier Zugänge und Radverkehrsanlagen. Behördlicherseits liegt ein Aufstellungsbeschluss zur Errichtung der Wilhelminenhofbrücke vor, die die Anbindung des Areals an das südliche Berliner S-Bahn-Netz verbessern soll. Ein intelligentes Stellplatzmanagement wird die Parkplatzsuche erleichtern. Auch smarte Angebote für Carsharing, Park&Ride und Ladestationen zur Begünstigung von Elektromobilität sind vorgesehen.

Verkehrswegeplanung

Die verkehrstechnische Erschließung der Neu- und Bestandsbauten wird zielführend und weitgehend mit Einbahnstraßen realisiert, um insbesondere für Fußgänger und Radfahrer eine angenehme und sichere Atmosphäre zu gewährleisten. Die verkehrsberuhigte, quartierseigene Verkehrsführung soll erreichen, dass Lieferverkehr und motorisierter Individualverkehr in Koexistenz fließen können. Das geplante Angebot an PKW-Stellplätzen soll vornehmlich in Tiefgaragen untergebracht werden und für den geplanten Nutzungsmix in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehen.

Wassergasttourismus

Die Öffnung und Zugänglichmachung des Spreeufers erlaubt zukünftig zahlreiche Möglichkeiten die Spree erlebbar zu machen. Dazu zählen Anlegemöglichkeiten für die Ausflugsschifffahrt ebenso, wie das Wasserwandern oder die Entwicklung außerschulischer Angebote im Bereich des Wassersports. Auch das Veranstalten von Wassersport-Events wie Segel-Regatten oder Wettkämpfe der ansässigen Kanusport-Vereine sollen ermöglicht und gefördert werden.

Zukunftsort

Es gibt 11 Orte in Berlin, an denen die Zukunft von Morgen bereits heute gedacht wird und an denen die Innovationskraft Berlins deutlich wird. Das Behrens-Ufer ist einer dieser Zukunftsorte. Angefangen von der Ideenschmiede in den vielzähligen wissenschaftlichen Einrichtungen Berlins, über die Unterstützung durch Gründungsorganisationen und Gründungszentren, bis hin zu Technologiezentren, Grown-Ups und etablierten Unternehmen: Die Zusammenarbeit aller relevanten Akteure macht diese Orte zu etwas Besonderem.